REISE:

Angeln im Kaukasus

Kurzerhand entschieden wir am Sonntag vor drei Tagen aus der Stadt Tbilisi herauszufahren. Abseits der georgischen Heerstraße, diesem alten Karawanenweg, bogen wir vor Tshinvali ab Richtung Tianeti, folgten dem Ananuri-Stausee rechterhand, um dann am Argawri der hier diese tiefen Täler einschnitt, weiterzufahren und hinter Tschargali eine geeignete Stelle zu finden. Wir wollten blinkern und die begehrte Bachforelle fangen. In Georgien bekommt man ab und an ja immer mal wieder die Forelle serviert, aber meistens sind es auch hier die herbeigeschafften Regenbogenforellen.

Hans Heiner Buhr von www.kaukasus-reisen.de

Da wir es früh am morgen nicht schafften, brachen wir erst gegen Mittag mit dem Nissan-Jeep auf, um nachmittags die Angelhacken einzuwerfen. Der kaukasische Schäferhund Grisjz, der meistens zur Zeit am Rande der Stadt in einem Zwinger lebt, konnte sich endlich in seiner angestammten Heimat austoben. Im Auto war er sichtlich aufgeregt.

Wir fuhren nördlich aus der Stadt Tbilisi heraus Richtung Mzcheta – vorbei an einem Jugendgefängnis. Auf meine Fragen berichtete Hans Heiner Buhr von dragonischen Strafen, die hier in Georgien verhängt werden. Dass für das Ausrauben eines Kanadiers – und das bedeutet, dass dem Reisenden 50 Lari abgenommen wurden, nach dem er mit den “Berg-Brüdern” Tschatscha getrunken hatte und ein Photo von diesem Event knippste, welches später zur Überführung der Täter führte, erhielt einer der chewsurischen Halbstarken gleich mal sieben Jahre Zuchthaus.

Jugendgefängnis in Tbilisi

Unterwegs trafen wir auch einen Hirten mit einem kleinen Knapen, der sich ebenso männlich fühlte, wie der freundliche junge Mann aus Alvani. Beide kamen aus Chewsuretien und ritten durch die Herbstfarben des großen Kaukasus die Täler hinab. Sie machten Rast an einer exponierten Stelle. Anderenorts sahen wir auch eben diese Orte, wie es oft vorkommt im Kaukasus, an der eine Erinnerungsgrabschrift war, wo immer wieder Freunde und Bekannte rasten, um mit dem Verstorbenen auf sein Wohl zu trinken …

Angeln im Kaukasus

Nicht weit von Barissacho, nach dem es seicht immer höher in die Berge ging, steil wird es erst danach, stoppten wir und gingen flussaufwärts und versuchten unser Glück in dem klaren Wasser des Argwari den begehrten Fisch zu fangen.

Stausee Ananuri

Hirte aus den Bergen

Junger Hirte aus den Bergen

Kaukasischer Schäferhund (Grisjz)


Text und Photos on October 16, 2007 by Ralph Hälbig

more photos: Georgia 2007 (Set)

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