LITERATUR:

Das Schaffen von Kurban Said alias Essad Bey
Von Gülschan Baschirowa

Wer war eigentlich Kurban Said oder Essad Bey?
Unter dem Namen Essad Bey schrieb ein Erfolgsschriftsteller der dreißiger Jahre, der in keiner Geschichte der deutschen Literatur namentlich genannt wird. Nur wenige wussten überhaupt, woher er kam, und noch weniger, was aus ihm geworden ist. Jetzt wurde er in Amerika wiederentdeckt. Seine Biografie wurde vom amerikanischen Journalisten Tom Reiss gründlich erforscht. Dieser hat sich vor kurzem in seinem neuen Buch „The Orientalist” ausführlich mit dem Leben und Schicksal des geheimnisvollen Schriftstellers beschäftigt. Im Unterschied zur Biographie ist das Schaffen von Essad Bey dagegen nur unzureichend erforscht.
Sein ursprünglicher Name ist Lev Abramovic Noussimbaum. Das Geburtsdatum und der Geburtsort sind nachgewiesen: Er wurde am 20. Oktober 1905 in Baku geboren. Bekannt ist auch, dass er Jude war und zum Islam konvertierte.
Essad Bey besuchte das Kaiserlich-Russische Gymnasium in Baku, woran sich die aserbaidschanische Historikerin Sara Aschurbeyli und ihre Schwester Meryem noch gut erinnern konnten (ein Hinweis darauf findet sich auch in Essad Beys Buch „Ali und Nino”). Im Jahre 1920 kam er mit seinem Vater nach Berlin, wo er das Russische Gymnasium in Charlottenburg besuchte.
Im August 1922 trat Essad Bey beim Imam der damaligen Botschaft des Osmanischen Reiches in Berlin zum Islam über. Essad Bey empfand seine Konversion zum Islam als einen wichtigen Entscheidungsakt und existentielle Festlegung und lebte bis zu seinem Tod streng nach islamischen Regeln. Er wollte wie ein Muslim leben und wurde wie ein Muslim beerdigt. Zu seinem Bekenntnis zum Islam gehörte auch die
Tatsache, dass er am Orientalischen Seminar der Berliner Universität Persisch und Arabisch lernte. Er starb nach langer und qualvoller Krankheit, knapp siebenunddreißig Jahre alt, völlig vereinsamt und verarmt in Positano bei Neapel.

Der ganze Text >>>

Advertisements

About this entry