WISSENSCHAFT:

“Georgien: vor und nach der Rosenrevolution”

LINK: Mariami Parsadanishvili (Konstanz): Georgien: vor und nach der Rosenrevolution am 11.07.07 in Bonn

Am Mittwoch, dem 11. Juli 2007 findet um 18.30 Uhr im Seminar für Osteuropäische Geschichte der Universität Bonn (Lennéstrasse 1, 2. OG) ein Vortragsabend zum Thema “Georgien: vor und nach der Rosenrevolution” statt. Die Referentin, Frau Mariami Parsadanishvili, promoviert zur Zeit an der Universität Konstanz und steht als sachkundige Diskussionspartnerin zur Verfügung.
Die „Rosenrevolution“ in Georgien bedeutete das Ende der Ära Eduard Shewardnadses, die für viele Georgier wirtschaftliche Stagnation, den Zusammenbruch der Infrastruktur und wirtschaftliche und sozialpolitische Orientierungslosigkeit bedeutete. Doch der Aufbau einer Demokratie unter dem westlich orientierten Michael Saakashvili ist auch drei Jahre später immer noch eine Herausforderung. Die Außenpolitik Georgiens ist von dem Wunsch geprägt, seine Unabhängigkeit von Russland unumkehrbar zu machen und Anschluss an die EU und NATO zu finden. Die innenpolitische Lage Georgiens bleibt immer noch recht unübersichtlich. Der Kampf der georgischen Regierung gegen Korruption lässt einerseits auf einen demokratischen Wandel hoffen. Andererseits wächst der politische Druck auf die Medien und die Justiz, und der Regierungsstil Saakashvilis ist stark von seiner Neigung zum Populismus und seiner mangelnden Kompromissfähigkeit geprägt. Hat ein echter demokratischer Wandel stattgefunden oder sind nur neue Personen an die Macht gekommen, die sich zwar demokratischer Rhetorik bedienen, jedoch in der Praxis keine dauerhaften Lösungen für die außenpolitischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes bieten? Der Machtwechsel vor drei Jahren ist gelungen. Kann man dies auch bezüglich des Regimewechsels behaupten? Der Vortrag soll einen Einblick in die neuen und neusten Entwicklungen in der Geschichte Georgiens geben, das trotz Eroberungen, langjähriger Besatzung, und äußerst prekären geographischen Lage seine Identität, einzigartige Sprache und nationalen Charakter bewahren konnte. Der Vortrag versteht sich als eine Überblicksdarstellung über die neuen und neusten Entwicklungen in der Geschichte Georgiens, nach dem Zerfall der Sowjetunion. Dies wird vor dem Hintergrund einiger Themenfelder und Fragestellungen thematisiert, wie beispielsweise die Frage nach der nationalen Identität der Georgier. Es wird unter anderem der Frage nachgegangen aus welchen historischen und kulturellen Elementen sich das nationale Bewusstsein dieses Volkes manifestiert und was für eine Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Wunsch der Abgrenzung gegenüber dem sowjetischem und dem russischem Staat.

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