GESCHICHTE:
Heimatverein Schwaikheim e.V.
Auswanderer nach Russland

Der Weg nach Tiflis

Routenverlauf der Auswanderung

In den Napoleonischen Kriegen klammerten sich die Leute wieder mehr an die Religion, um daraus Trost und Kraft für ihr recht mühseliges Dasein zu schöpfen. Der Pietismus kam dem damaligen Hang zur Mystik und Schwärmerei sehr entgegen. Während die Pietisten in der Landeskirche verblieben, traten die so genannten Separatisten aus. Sie warfen der Kirche, die mehrere Reformen durchführte, vor, sie sei Wegbereiterin des Katholizismus, strebe die Vereinigung der beiden Konfessionen an.

Die Separatistengemeinde hier, die so genannte Schwaikheimer Harmonie weigerte sich, ihre Kinder taufen zu lassen, und lehnte den Militärdienst ab. Die Folge davon war, dass einige von ihnen auf dem Asperg eingesperrt wurden. Wegen der Unterdrückung ihres Glaubens und der Unfreiheit fühlten sich viele nicht mehr wohl in der Heimat, in der sie zum Teil wegen der unruhigen Zeiten sowieso bettelarm wurden. Sie predigten das nahe Weltende und die Wiederkunft des “Tausendjährigen Reiches”. Prälat Bengel (geboren in Winnenden) deutete in der Schrift eine Stelle so, dass der Blickpunkt nach Russland als einem Durchgangslager nach dem Heiligen Land gelenkt wurde. Das Weltende werde mit Umstürzen, Drangsalen und Kriegen angekündigt. Die unruhigen Zeiten schienen den Separatisten recht zu geben. Und so verstärkte sich in der fanatischen Sekte der Glaube, das Weltende sei nahe. Sie sahen ihre Rettung darin, beim Weltende dem Heiligen Lande möglichst nahe zu sein. Der Zar von Russland gestattete nach dem Sieg über Napoleon die Einwanderung und Württemberg hob das bestehende strenge Auswanderungsverbot auf.

Weiter: Georg Friedrich Fuchs gründet die “Schwaikheimer Harmonie der Kinder Gottes”

Buchtipp: In dem Roman “Der Zug nach dem Kaukasus” (1940) schrieb Josef Ponten über Georg Friedrich Fuchs …

Quelle: http://www.heimatverein-schwaikheim.de/

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