Roter Freitag in Georgien
Zu Ostern: Eier & Paska von Maka Batiashvili

Das Bild ist noch zu haben (bis 10.04. in leipzig)!

Oil on Canvas, 2006

Link: Künstlerresidenze “Blumen”

Meist wird das Osterfest bei den orthodoxen Kirchen und der katholische Kirche an unterschiedlichen Daten begangen. Manchmal jedoch – so im Jahre 2007 – fallen orthodoxes und katholisches Ostern zusammen.

Gefärbte Eier sind ein internationales Ostersymbol. Nicht nur in Russland – auch im orthodoxen Georgien – schreibt man in Kirchen geweihten Eiern magische Fähigkeiten zu. Sie sollen die Ernte gegen den Hagel, das Vieh gegen Krankheiten und das Haus gegen böse Geister schützen. Ein im Fundament eingelegtes Osterei soll den Hausbesitzern Glück und Wohlstand bringen. Übers Gesicht gerollte Ostereier sollen sogar junges Aussehen verleihen. Kein Wunder also, dass man früher geweihte und gefärbte Ostereier als Glücksbringer ein ganzes Jahr lang behielt. Irgendwann kam man dann auf die Idee, Eier aus Holz zu schnitzen und zu bemalen. Sehr wertvoll sind Porzellan, sowie goldene, silberne und mit Edelsteinen verzierte Eier. Weltbekannt und sehr geschätzt sind kunstvoll gearbeitete Eier des russischen Hofjuwelieren Peter Carl Fabergés.
Traditionell werden Eier vorwiegend rot gefärbt. Das Rot ist ein Symbol für das Blut des Gottessohns. Natürlich kann man auch andere Farben nehmen. Oft werden Eier einfach in Zwiebelschale gekocht oder in bunte Stoffreste gewickelt. Spinat macht Eier grün und rote Bete färbt sie rot. Das Abreiben mit einem Öllappen bringt die Eier wunderbar zum Glänzen!

Die Eier färbt man am Karfreitag auf folgende Art und Weise: Die Wurzeln der Pflanze Krapp (Färberröte) werden gekocht; wenn das Wasser richtig rot wird, dann werden die Eier in den Topf gelegt und gekocht. Ostermontag ist der Tag der Toten. Jede Familie geht auf den Friedhof zum Grab ihrer Nächsten oder Verwandten, pflegt ihn. Dort muß man einen kleinen Imbiß nehmen und ein Glas Wein trinken, danach das Essen dort stehenlassen.

Der orthodoxe Gottesdienst.
Schon am Samstagabend (strengster Tag des grossen Fastens) versammeln sich festlich gekleidete Menschen in noch dunklen Kirchen, die eine düstere Welt ohne das Licht des Glaubens symbolisieren. Um Mitternacht verkündet das Glockenläuten die Auferstehung Christi. Priester erscheinen am Altar mit dem Kreuz und den Kerzen. Sie gehen singend durch die Kirche und dann draußen um sie herum. Alle zünden ihre Kerzen an und folgen der festlichen Prozession. Nach dem Rundgang geht die Messe in der Kirche bis zum Morgengrauen weiter. Manche haben Schwierigkeiten, die stundenlange Messe auszuhalten, weil es in orthodoxen Kirchen keine Bänke gibt. Der Gottesdienst endet am frühen Morgen mit einem Gang um das Kreuz.

Überall hört man den traditionellen Ostergruß: “Christus ist auferstanden!” – und die Antwort darauf: “Er ist wahrhaft auferstanden!”

Nach den Regeln der orthodoxen Religion ist der Montag der Tag, an dem man zu den Friedhöfen geht und den verstorbenen Angehörigen Eier, süßes Brot mit Rosinen und Wein bringt. So lässt man sie auch an den Feierlichkeiten teilhaben.

Link: Ostern in Georgien

Orthodoxe Ostern sind dieses Jahr am 8. April

Mehr: Ostern in Georgien. Manuskript gesendet April/2004 auf dem SWR

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