MEDEAs GOLD. Neue Funde aus Georgien
Von Nino Lordkipanidze
Eine Ausstellung der Antikensammlung, Staatliche Museen zu
Berlin, mit dem Georgischen Nationalmuseum Tbilisi, Georgien
Berlin, Altes Museum,15. März – 3. Juni 2007
Das Geheimnis der schönen Medea, einer der größten Zauberinnen der Antike, der Euripides eine dramatische Gestalt als Kindermörderin verliehen hat, lebt bis heute in der europäischen Kultur weiter. Woher kommt Medea, mit deren Hilfe die tapfersten Helden von Hellas auf ihrer weitesten Fahrt über das Meer mit der „hochberühmten Argo“ (Homer, Odyssee 12,70) das
Goldene Vlies gewinnen? Diesem Zug der Argonauten nach dem fernen Kolchis und ihrer Begegnung mit Medea, der Tochter des Königs der Kolcher, Aietes, einem Sohn des Sonnengottes Helios, ist eine der wichtigsten Episoden der griechischen Mythologie und damit der klassischen Literatur und Kunst gewidmet. Deswegen hat dieses Land schon früh das Interesse der antiken Geschichtsschreiber und Geographen geweckt, die eine Verbindung zwischen Mythos und Realität herzustellen suchten: So gibt es etwa immer noch eine Stadt namens Aia am Ufer des Flusses Phasis, und der Name des Königs Aietes, der über Kolchis
geherrscht haben soll, ist auch heute noch unter den Menschen dieser Region verbreitet. Die Zauberin Medea ist im streng wissenschaftlichen Sinn keine historisch verbürgte Person, doch der Reichtum von Kolchis, der auf den Bodenschätzen an Gold, Silber, Eisen und Kupfer beruht, lässt einen triftigen Grund für die Expedition der Argonauten vermuten (Strabo, Geographie I, 2, 39). So ist Kolchis mit dem Zusatz „goldreich” (Pseudo-Aristoteles, Peplos 49) in der antiken Literatur ausgezeichnet, wie sonst nur Mykene, Sardis und Babylon. Dass die Grenze zwischen Mythos und Realität bisweilen schwinden kann, beweisen die in der Ausstellung präsentierten Goldobjekte: Sie wurden an einem Ort im antiken Kolchis – dem Land der Medea und des goldenen Vlieses – gefunden, wo bis heute noch zahlreiche, von den Quellen im Kaukasus gespeiste Flüsse Goldsand mit sich tragen. Die einheimischen Bewohner halten dichtwollige
Schafsfelle ins Wasser, in denen sich der Goldsand fängt. Vermutlich war das Goldene Vlies des Königs Aietes solch ein Fell (Appian, Mithridatischer Krieg 103).
Die erste Erwähnung der altkolchischen Stämme „Kilchi“ und ihrer Territorien findet sich in einer Inschrift des Tiglath-Pileser, der im 12./11. Jahrhundert v. Chr. in Assyrien regierte. Etwas später erwähnen urartäische und assyrische Quellen des 8./7. Jahrhunderts v. Chr. das
Königreich der Kolcher – „Kulcha“. Andererseits zeugen die in Westgeorgien durchgeführten archäologischen Grabungen von einer einzigartigen und originellen Kultur der Bronzezeit, die bereits im zweiten Viertel des 2. Jahrtausends v. Chr. einsetzte. Für diese Kultur sind Holzblockbauarchitektur, spezifische Keramik, landwirtschaftliche Bronzegeräte und Waffen typisch. Sie ist unter dem Namen „Kolchiskultur“ bekannt und war hauptsächlich im heutigen Westgeorgien, d. h. im Gebiet zwischen dem Grossen und dem Kleinen Kaukasus, verbreitet. Das 8. Jahrhundert v. Chr. markiert die Blütezeit des kolchischen Königreiches, die mit seiner ersten Erwähnung in der griechischen Literatur zusammenfällt: Bei dem epischen Dichter Eumelos von Korinth erscheint „Kolchida“ als Bezeichnung für das kolchische Land. Die starken Veränderungen im sozioökonomischen und politischen Leben dieser Periode sind mit der hoch
entwickelten Eisenmetallurgie verbunden. Der frühe Beginn der Landwirtschaft und ihre große Rolle für die Region geht aus der Tatsache hervor, dass man hier einige der ältesten landwirtschaftlichen Geräte und Werkzeuge in großer Anzahl in den Gräbern gefunden hat. Die
archäologischen Funde zeugen auch von einer bereits intensiven Entwicklung des Weinbaus. Für die antike Epoche ist die Originalität und Schönheit der kolchischen Zivilisation am besten in der Tempelstadt Vani zu fassen, die vom 8. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. ein religiöses Zentrum
von Kolchis war.
Mehr zur Grabungsgeschichte von Vani
Pressemitteilung MEDEAs GOLD. Neue Funde aus Georgien
Weitere Links:
„Medeas Gold” erstmals in Berlin
Berliner Morgenpost: Kultur vom 15.03.2007: Das Goldene Vlies und …
Vani
From Wikipedia, the free encyclopedia

Vani is a town in
Imereti region of western Georgia, at the Sulori river (a tributary of the Rioni river), 41 km southwest from the regional capital Kutaisi. The town with the population of 4,600 (2002 est.) is an administrative center of the Vani raioni (district) comprising also 43 neighbouring villages (total area – 557 km²; population – 34,000, 2002 est.).
Systematic
archaeological studies (N.Khoshtaria, O.Lordkipanidze) carried out in the Vani environs since 1947 revealed the remnants of a rich city of the ancient power of Colchis. The name of this ancient settlement is still unknown but four distinct stages of uninterrupted occupation have been identified. The first phase is dated to the 8th-7th centuries B.C. In this period Vani is presumed to have been a major cultic centre. The second phase – end of the 7th and beginning of the 6th to the first half of the 4th century B.C. – is represented by cultural layers, remains of wooden structures, sacrificial altars cut in the rocky ground, and rich burials. It is assumed that on this stage Vani was the centre of a political-administrative unit of the kingdom of Colchis. The third phase covers the second half of the 4th – first half of the 3rd century B.C. It is represented largely by rich burials, remains of stone structures. To the fourth phase (the 3rd-mid-1st cent. B.C.) belong defensive walls, the so-called small gate, sanctuaries and cultic buildings (temples, altars sacrificial platforms), and the remains of a foundry for casting bronze statues. It is assumed that in the 3rd-1st centuries B.C. Vani was a templar city. According to the archaeological data, the city was destroyed in the mid-1st century B.C. Subsequently, Vani declined to a village and was officially granted a status of a town only in 1981.
In town Vani there is an interesting museum (founded in 1985), where some unique pieces of the ancient
Colchis are exhibited.

Fallon, Nevada, USA
Bibliography
Lordkipanidze O., “Vani, An Ancient City of Colchis.” Greek, Roman and Byzantine Studies. 32(2): 151-195, 16 plates. Durham, USA, 1991.

External links
Otar Lordkipanidze Vani Archeological Museum
Vani, Georgia at the Archaeological Institute of America website
Colchis, the land of the Golden Fleece

Pair of golden bracelets from Vani (c 5th-4th centuries BC)

Statuette of Nike , Greek goddess of victory, from Vani

Gold horseman-shape earrings from Vani (4th century AD)
Retrieved from “
http://en.wikipedia.org/wiki/Vani
Categories: Towns in Georgia (country) Archaeological sites in Georgia (country) Museums in Georgia (country)
Advertisements

About this entry