FOTOREPORTAGE:

Justyna Mielnikiewiczs großartigen und preisgekrönten Kaukasus-Fotos

“To understand the Balkans one has to get to know
and understand Caucasus first.”


Justyna Mielnikiewicz bezieht sich auf den polnischen Ethnologen Kazimierz Moszyński. Sie meint, dass der Welt nicht klar ist, dass der Kaukasus in einen Morast regionaler Konflikte versinken kann, die wahrscheinlich ebenso destruktiv und gewalttätig sein können wie sie auf dem Balkan immer wieder waren. Mielnikiewicz sagt, dass die Konflikte und Unterschiede nicht nur auf ethnische Unterschiede zurückgeführt werden können; das Bild ist viel komplexer. Ihre Fotos sind eine beeindruckende Dokumentation in dieser Hinsicht.

Mit der Unabhängigkeit von den Sowjetunion, begannen in Georgien, in Aserbaidschan und in Armenien blutige Kämpfe, die die zärtlichen Infrastrukturen zerstörten. Millionen Menschen haben ihre Heimat verlassen und entsetzlich gelitten. Territoriale Konflikte blieben ungelöst. Wie auf dem Balkan haben Despoten den Nationalismus und die Angst benutzt, ihre politischen Ambitionen durchzusetzen. Die Verwüstung von Tschetschenien und die Flüchtlingsproblematik zeigen, dass Russland immer noch auf ihre Vorherrschaft im Kaukasus beharrt. Mielnikiewicz kritisiert, dass der Westen dem Kaukasus zwar eine gewisse demokratische Stabilität garantiert, wobei sie auch die kaspischen Energienressourcen im Blick behält, (und gegen den Terror vorgehen will), so geht er andererseits recht gleichförmig mit vielen grundlegenden Problemen im Kaukasus um.

“Um den Kaukasus zu verstehen, müssen wir zuerst fragen, „Was ist der Kaukasus“?”

Justyna Mielnikiewicz reiste durch weitgehend vergessene und ignorierte Gebiete dieser Region, und zwar dorthin, wo Europa auf Asien trifft, wo das Christentum und der Islam aufeinandertreffen, wo östliche und westliche Welten im südlichen Kaukasus miteinander zurechtkommen müssen. Hier muss mit der Arbeit begonnen werden. Hier müssen die Religionen, die Sprachen und die kulturellen Hintergründe erforscht werden. Erst dadurch können wir wahrnehmen, was ethnische Unterschiede und Ähnlichkeiten bedeuten und bewirken, dann erst können wir Probleme begreifen und entdecken, wir werden also erfahren, welche anderen Einflüsse ebenso beachtet werden müssen.

Mielnikiewicz Fokus liegt dabei auf solchen Gebieten wie Abchasien, Nord- und Süd-Ossetien, wie das Pankisi-Tal, Nagorno-Karabakh, Ingushetien und die LänderAserbaidschan und Armenien. Die Fotografin zeigt uns die Menschen die in diesen Konflikt-Regionen ihr Leben fristen. Diesen beeindruckenden Fotos kann man ihre Sorge entnehmen, ob die Menschen einen Frieden erleben können. Die Frage ist, ob der Kaukasus ein Gebiet des Friedens, des Vertrauens und der Zusammenarbeit wird, oder es eine Zone bleibt, wo sich Konflikte, Rivalitäten und Verdächtigungen fortzusetzen? Ihr Fazit ist, dass wir die zerbrechliche Unabhängigkeit in diesem Teil der Welt nicht mehr ignorieren können.

Basar in Tbilisi. Die Arbeitslosigkeit war/ist annähernd 60% oder mehr, viele gut ausgebildeten Leute beginnen ihren Tag mit der Arbeit auf dem Markt, wo sie ihren ganzen Tag verbringen – in der Hoffnung ein paar Lari zu verdienen (vielleicht eins/zwei Dollar).

Alaverdoba. Ein Junge spielt die Panduri, ein traditionelles Musikinstrument.

Mariami. Mariami ist die Tochter eines tuschetischen Priesters , die in Shenako immer im Sommer lebt, ein Dorf hoch oben in den Bergen. Alte Traditionen verbieten “unreinen” Frauen, an einigen Plätzen des Dorfes zu verweilen. Mariami der Führer durch das Labyrinth von ernst zu nehmenden und zu repektierenden Regeln..

Mehr Fotos und Informationen auf der Website von Justyna Mielnikiewicz: http://www.justmiel.com/ & www.digitalrailroad.net/just73

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