“Hamsun in Kaukasien”

… lautet der Titel eines drama-dokumentarischen Films, der gerade von georgischen Filmemachern aufgenommen wird. Der Film basiert auf Hamsuns “Im Märchenland”. Regisseurin und Autorin des Manuskript ist die Vorsitzende der Hamsun Gesellschaft in Kaukasien Olga Zhgenti. Sie ist mit dem Metier bestens vertraut, da ihr Vater der berühmte Suliko Zhgenti (1925-2000), Autor von mehr als 20 Filmen, war. Gefilmt wurde in Georgien, Azerbaijan und auf Hamarøy, Norwegen.


Hotel London (früher). Hier übernachtete Hamsun.

Ein Interview mit Leif Hamsun wurde auch für den Film aufgenommen. Der Film hat bald Weltpremiere in Tiflis. Die Hamsun Gesellschaft hat auch Königin Tamara von deutsch ins georgische übersetzen lassen und man hofft die Rechte der Übrsetzung und herausgabe der Werke von Hamsun zu bekommen. Aber wie kam es dazu, dass Hamsuns Name so mit Georgien verbunden ist?


Gedenktafel am Hotel London

Gehen wir viele Jahre zurück, 1898, da unternimmt Hamsun mit seiner ersten Frau Bergljot eine lange Reise, von der das Buch “Im Märchenland. Erlebtes und Geträumtes aus Kaukasien” (1903) erzählt.

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Lesen Sie unsere georgisches Tagebuch (nur in dänisch):
Velkommen til “Eventyrlandet” stod der i indbydelsen fra Hamsun – selskabet i Georgien, landet der efterlod sig varige spor hos Hamsun og hvad der er nok så facinerende, Hamsun har efterladt sig dybe spor i Georgien.

“1899 machte sich der spätere Nobelpreisträger für Literatur, Knut Hamsun zusammen mit seiner ersten Frau Bergljot, per Eisenbahn und Pferdekutsche zu einer Reise durch Rußland, den Kaukasus und die Türkei auf. Seine Beobachtungen und Eindrücke schrieb er nieder. 1903 erschienenen sie als Buch “Im Märchenland. Erlebtes und Geträumtes aus Kaukasien”. “Unter dem Halbmond” dagegen war die Überschrift die Hamsun seinem Bericht über den Aufenthalt in Istanbul gab. Diese beiden Berichte sind im Buch “Reisebilder” zusammengefaßt. Besonders der Kaukasus und da speziell Georgien haben Hamsun wohl in ganz besonderer Weise bezaubert und tiefen Eindruck auf ihn gemacht. Der Eindruck war wohl beidseitig gut, denn noch heute finden sich seine Spuren in Georgien und ist sein Name dort hoch angesehen. Sein Bericht selber ist recht interessant aber für meinen Geschmack nicht herausragend. Trotzdem war er zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sicher aufsehenerregender als heutzutage, denn damals dürften noch nicht allzu viele die Reise durch den Kaukasus gemacht haben. Selbst heute noch sind ja Länder wie Aserbaidschan oder Georgien eher “exotische” Reiseziele. Daß Hamsun ein Kind seiner Zeit war, findet hier und da seinen Niederschlag auch im Reisebericht vor allem in der Art und Weise, wie er sich über die Einheimischen äußert. Häufig schwingt da doch ein arroganter Ton mit, eben des “kultivierten” Europäers, der es mit einfachen Menschen der Berge zu tun hat. Zugleich findet sich auch eine gewisse Romantik in seinen Beobachtungen und Beurteilungen derselben Personen. Auf uns heutige Leser wirken die Reiseberichte daher etwas “seltsam”, doch es gelingt ihnen immer noch, etwas vom Zauber gerade des Kaukasus zu vermitteln. Wer sich für Reiseliteratur interessiert und/oder die bereisten Gegenden, sollte auf die Lektüre nicht verzichten.

Knut Hamsun: Im Märchenland
Bei der Stadt und Station Armawiror kaufen wir wieder Birnen und Trauben. Die Trauben sind das herrlichste, was ich je in meinem Leben gekostet habe, und ich schäme mich ein bißchen, daß ich in früherer Zeit solches Zeug wie europäische Trauben mit Wohlgefallen gegessen habe. Im Vergleich zu diesen sind französische, ungarische, deutsche, griechische Trauben wie Waldbeeren. Diese hier zergehen im Munde. Und die Schale schmilzt mit dem Fleisch zusammen zu einem Mundvoll Wein. Sie haben überhaupt keine SChalen, es ist kaum eine Haut darauf. Das sind die kaukasischen Trauben. Von Farbe sind sie wie die Trauben anderer Länder, braun, grün und blau, nur vielleicht ein bißchen größer.

Literatur kulinarisch: Schtschi

Knut Hamsun: Im Märchenland
Schtschi ist Fleischbrühe. Aber nicht etwa eine gemeine, unerlaubt schlechte Fleischbrühe, sondern ein herrliches russisches Gericht mit einer Masse von Fleischsorten und Eiern und Sahne und Gemüse.


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